Hier findet ihr einige Raritäten unserer leider viel zu kleinen, da verlorenen gegangenen, Pressesammlung. Sollten sich noch Artikel in eurem privaten Archiv befinden, sendet sie bitte an uns weiter.


Der erste Gig

UNDING-Rockfete

Auch die 5. UNDING Rockfete hat deutlich gezeigt, daß offensichtlich ein Bedarf an Veranstaltungen dieser Art in Anderten besteht.Viele Jugendliche fanden sich im AMK-Haus ein und wurden sichtlich nicht enttäuscht. Denn beide Gruppen, sowohl "EXIT 55" als auch "HIGHBROW" beeindruckten durch ihr gekonntes, bestimmt nicht amateurhaft anmutendes Spiel. Während "EXIT55", mit A-Jgd. Spieler Dirk Schroeter am Schlagzeug, ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten, trat mit "HIGHBROW" eine Gruppe auf, die sich bereits in der lokalen Szene etabliert hat, z.B. Auftritt im Leine-Domi.

In der ersten Stunde versetzten die Musiken von "EXIT55" das Publikum mit rhythmischen Jazz-Rock-Stücken schon in die richtige Stimmung für die restlichen 2 Stunden die ganz "HIGHBROW" gehörten. Bemerkenwert war, daß die Gruppen das Publikum so überzeugten, daß zum eigentlichen Programm noch einige Zugaben gefordert wurden.

So endete diese Fete dann um 1 Uhr nachts und das UNDING-Team verabredete sich für den nächsten Morgen 10 Uhr zum Aufräumen.




Der erste Gig im Leine-Domi

Ankündigung vom Leine-Domi

EXIT 55
21.30 Uhr, Leine-Domicil

Tanzbarer Eintopf aus Funk, Latin, Jazz und Rock.
Um den harten Kern Dirk Schroeter, Dieter Ullrich und Christian Reinicke hat sich inzwischen eine kompakte sieben Mann-Formation gebildet.




Ankündigung des ICC zur Neueröffnung

Exit 55 ist eine seit 1979 bestehende Formation hannoverscher Musiker. Die im Norden beliebte Band hat nun auch in Hannover gute Erfolge zu verbuchen. Nach einer fünfmonatigen Pause bedingt durch Studioaufnahmen, die die Band in dieser Zeit machte, überraschte sie letzten Monat auf der Mensa-Fete durch guten musikalischen Vortrag ihrer rhythmischen Funk-Musik. Eine auf jeden Fall hörenswerte Band, die schon allein durch in unserem Raum kaum vertretene Funk-Musik einen interessanten Abend verspricht.



Zwei Funk-Rock-Bands machten das Rennen bei den Amateuren
Beifall im Ballroom Blitz

Einen doppelten Erfolg erzielten hannoversche Nachwuchsgruppen am Freitag bei der „Zeus-Newcomer-Show '84". In einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen teilten sich schließlich „Ghee Wizz" und „Exit 55" den Spitzenplatz in der Gunst des Publikums im Ballroom Blitz.
Die Sieger wurden an Hand von Messungen des stärksten Beifalls ermittelt. Moderator Manfred Sexauer präsentierte der 800köpfi-gen Jury insgesamt sechs Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Ebenso unterschiedlich wie ihre Herkunft - München, Paderborn und Leverkusen - war die Musik der reinen Amateurbands: Popmusik mit deutschen Texten, Hard- und Jazz-Rock wechselten viertelstündig, letztlich aber machten zwei Funk-Rock-Bands das Rennen.

Einen besonderen Erfolg konnte dabei Frank Schroeter einheimsen, der seit gut einer Woche in beiden Siegerbands mitspielt. Trotzdem bleibt er bescheiden: „Wir hatten hier den Heimvorteil. Eine zehnköpfige Gruppe wie ,Ghee Wizz' hat die größte Lobby."

Für beide Bands bedeutet der Sieg, auf einem Sampler-Album vertreten zu sein, das aufgenommen wird, sobald die letzte der zwölf Nachwuchs-Shows über die Bühne der Düsseldorfer Philipshalle gegangen sein wird.

Schließlich gab es auch für einige der zumeist noch jungen Besucher der Show einen Grund zur Freude: Sie hatten Reisen und Schallplatten gewonnen, die die Sponsoren des Wettbewerbs spendiert hatten. Vermißt wurde allerdings die angekündigte Motorradschau von Harley Davidson.

Insgesamt jedoch fand diese neue Art der Talentförderung den Beifall von Musiker und Zuhörerschaft. Ulrich Kniep




Der beste Verriss

Gute Miene zum bösen Spiel
Die Zeus-Newcomer-Show im Ballroom Blitz

Früher erfreuten sich Nachwuchsfestivals einmal großer Beliebtheit, und der Gewinn eines Beat-Band-Wettbewerbs zog lange Zeit zwangsläufig einen Plattenvertrag nach sich. Seit Rockmusik jedoch allgemein akzeptiert und nicht mehr als „Höllenlärm" abgetan wird, messen die Repertoire-Manager der Plattenfirmen derartigen Festivals keine allzu große Bedeutung mehr bei. Denn schließlich handelt es sich bei den daran teilnehmenden Gruppen ausnahmslos um Amateurbands - und die Geschäfte werden nun mal mit Profis gemacht. Ungeachtet dessen kommen derartige Veranstaltungen beim Publikum noch immer gut an, erhält man doch endlich Gelegenheit, einmal seinen Schulfreund oder die Nachbarstochter auf einer richtigen Bühne zu erleben.
Überlegungen in dieser Richtung macht sich nun eine Versicherungsgesellschaft zunutze, die zur Zeit „die besten Nachwuchsinterpreten und -gruppen" in der gesamten Bundesrepublik ermitteln läßt - und nebenbei kräftig die Werbetrommel für sich rührt. Und damit sich auch entsprechend viele Zuschauer einfinden, verloste man Reisen nach London, Motorradanzüge und -helme, welche von Firmen gestiftet wurden, die sich ganz auf den jugendlichen Konsumenten spezialisiert haben.
Eine solche Newcomer-Show fand nun im Ballroom Blitz statt, moderiert von dem stets gute Miene zum bösen Spiel machenden Ansager des ARD-Musikladens, Manfred Sexauer, und angereichert mit Video-Clips auf der Großbildleinwand. Sechs Gruppen, deren Namen hier nichts zur Sache tun, weil sich die ohnehin niemand merken wird, traten an und durften jeweils drei Songs darbieten.
Zwar ließ die Qualität erwartungsgemäß zu wünschen übrig, dennoch beklatschte das zahlreich erschienene Teenager-Völkchen jeden Auftritt geradezu frenetisch. Denn schließlich entschied die Phonstärke des Beifalls über die Plazierung der Bands, und so konnte ein jeder „demokratisch" mitentscheiden, wer zur Endausscheidung fahren darf.
Auffallend war jedoch, daß die Gruppen aus Paderborn, Leverkusen, München und Hannover der aktuellen Musikentwicklung meilenweit hinterherhinkten und vor allem die Oberschülerbands fast ausnahmslos amerikanischen Mainstream-Funk spielten. Da wurde und wird sich an Vorbildern orientiert, deren Klasse man wohl nie wird erreichen können - und dies ging natürlich auf Kosten der Entwicklung eigener musikalischer Ideen. Mitunter spielte aber selbst das keine Rolle mehr, trat die Musik in den Hintergrund zugunsten der Animation des Publikums, dessen Beifall ja über Sieg und Platz entschied.
Daß jedoch eine Gruppe, deren jüngstes Mitglied auch schon 35 Jahre alt sein mag und deren Bassist bereits auf der ersten Scorpions-LP zu hören war, an dieser „Newcomer"-Show teilnahm, war nicht ganz einsehbar und rief Mitleid hervor.
Hollow Skai